Die heutige Türkei verfügt im Vergleich zu Europa über eine weitergehende Fülle an archäologischen und kunsthistorischen Schätzen von Kulturen seit 10.000 Jahren v. Chr. bis heute. Das Christentum hat zwar heute keine Bedeutung mehr, war aber, beginnend mit den Aposteln bis weit in die türkisch-muselmanische Herrschaft hinein, aktiv. Besonders lebendig sind christlichen Zeugnisse im 9. bis 12. Jhdt., der Zeit nach dem Ikonoklasmus / Bilderstreit. Die Reihe der Beiträge hierzu beginnt mit der geschichtlichen Einordnung, setzt sich fort in der byzantinischen Buchmalerei, an Beispielen faszinierender griechischer Psalmen-Manuskripte und endet mit den eindrucksvollen Fresken der Höhlenkirchen in Kappadozien.
14.01.10: Dr. Gudrun Schmalzbauer, Byzantinische Geschichte im 9. – 12. JahrhundertNach kurzem Rückblick auf die Entwicklung des Christentums im Gebiet der heutigen Türkei wird zunächst der Ikonoklasmus / Bilderstreit in Ablauf und Eskalation bis zur Beendigung 843 n. Chr. erklärt. Das Bild der Orthodoxie bis heute wird durch diesen Prozess eindeutig bestimmt.Durch die Erstarkung und Ausbreitung des Islam kommt es in Kleinasien zur Konfrontation mit den Völkern der neuen Religion, die die christliche Bevölkerung in zunehmende Bedrängnis bringen.
21.01.10: Dr. Franz Ronig, Griechische Psalmen-Illustrationen des frühen Mittelalters
Die griechische Buchmalerei setzt die Tradition der spätantiken römischen Manuskripte ungebrochen im byzantinischen Raum fort. Die alttestamentarischen Psalmen werden wegen ihrer Verbreitung in der Liturgie der frühen Christenheit besonders oft abgeschrieben und ausgemalt. Die in den Evangelien des Neuen Testaments immer wieder aufgeführten „christologischen Bezüge“ zum Alten Testament finden in diesen Psalmen-Illustrationen eine besondere Ausprägung, welche beispielhaft dargelegt wird.
28.01.10: Dr. Klaus Schmidt-Ott, Kappadozien, Höhlenkirchen in und um Göreme
Mitten in der Türkei, rund um Göreme („Du siehst mich nicht...“) nahe der Stadt Kayseri, liegt Kappadozien. Die Region hat eine einzigartige geologische Struktur, die schon im 1. Jahrtausend v. Chr. die Errichtung von unterirdischen Vorratslagern und Wohnräumen ermöglichte. Das Christentum in der Türkei besteht seit den Tagen der Apostel. Die versteckten Räume in der Gegend um Göreme boten frühen christlichen Eremiten Unterschlupf. In den immer wieder eintretenden Verfolgungen wuchsen regelrecht unterirdische Siedlungen heran. Diese führten später zum Bau von über 400, meist komplett ausgemalten Kirchen. Interessante Beispiele der Zeit vom 10. - 12 Jahrhundert zeigen die damalige christliche Bilderwelt.
Veranstalter: Seniorenakademie Trier
Veranstaltungsbeginn jeweils um 15.30 Uhr in der Christuskirche, Trevererstraße, Trier.